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Fokus

Institut Sprachliche und Literarische Bildung

Die Arbeitsschwerpunkte des Instituts Sprachliche und Literarische Bildung (ISLB) umfassen die Förderung von Mehrsprachigkeit und Interkulturalität sowie die Beurteilung sprachlicher und kultureller Kompetenzen. Das ISLB strebt eine enge Verbindung von Forschung, Entwicklung und Berufsfeld an: Wissenschaftliche Erkenntnisse fliessen in die Entwicklung von Lehrmitteln, Lehrplänen und Materialien für die Praxis sowie in die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen ein.

Welche sprachbezogenen professionellen Kompetenzen sind allen Lehrpersonen gemeinsam?

Das Lehren und Lernen aller Fächer ist von Sprache durchdrungen. Dies bedingt von allen Lehrpersonen sprachbezogene professionelle Kompetenzen, die teilweise fächerübergreifend sind und in der Lehrpersonenbildung so vermittelt werden können.

Bisherige Kompetenzkataloge fokussierten oft auf einzelne Kompetenzdimensionen oder Zielstufen und behandelten metasprachliche Kompetenzen nur am Rande. Eine Lücke bestand in einem sprachbezogenen Kompetenzmodell, das gleichzeitig fächer- und stufenunabhängig ist und Hilfe zur Übertragung auf spezifische Kontexte bietet.

Ziel der Untersuchung war die Erstellung gut abgestützter und für verschiedene Zielgruppen anschaulich illustrierter Kompetenzdimensionen und Deskriptoren. Dazu wurden zunächst bestehende Referenzrahmen professioneller Kompetenzen von Lehrpersonen systematisch analysiert. Anschliessend wurden auf der Grundlage der Resultate der Analyse in einem kollaborativen Schreibprozess neue Teildimensionen und Deskriptoren entwickelt. Erste Entwürfe wurden im Rahmen nationaler und internationaler Workshops sowie in mehreren internationalen Online-Umfragen validiert. Eine zentrale Einsicht bezog sich auf die Bedeutung der Verständlichkeit und die Eignung der Kompetenzdeskriptoren für verschiedene Einsatzmöglichkeiten, die von der Selbstreflexion von Lehrpersonen bis zu deren Bewertung, zum Beispiel in der Berufspraxis, reichen.

Das Kompetenzmodell besteht aus sieben Dimensionen. Dimension 1 beinhaltet professionelle Werte und Prinzipien für die Rolle der Sprache in allen Fächern. Sprachlich-kommunikative Kompetenzen sowie digitale Kompetenzen prägen die Dimensionen 2 und 3, welche die darauffolgenden vier Dimensionen überschneiden, zumal diese Kompetenzen in unterschiedlichen Kontexten aktiviert werden. Dimension 4 bezieht sich auf metalinguistische, metadiskursive und metakulturelle Kompetenzen, die in die methodisch-didaktischen Kompetenzen von Dimension 5 münden. Kollaboration ist Gegenstand von Dimension 6, während Dimension 7 Kompetenzen zur professionellen Entwicklung in der Aus- und Weiterbildung enthält, wozu auch der Umgang mit der mentalen Gesundheit gehört. Die Deskriptoren wurden für Lehrpersonen verschiedener Fächer (darunter Sachfächer oder Fremdsprachen) ausdifferenziert und mit Reflexionsaufgaben für die Lehrpersonenbildung ergänzt.

Kooperation
Eaquals, Universität Ljubljana, Tempus Serbien

Laufzeit
2022 bis 2023

Finanzierung
Europäisches Fremdsprachenzentrum des Europarats

Leitung
Lukas Bleichenbacher (PHSG)

Team
Catherine Ferris (PHSG), Alsu Hug (PHSG), Wilfrid Kuster (PHSG), Nataša Pirih Svetina (Universität Ljubljana), Richard Rossner (Eaquals), Anna Schröder-Sura (PHSG)

Literaturhinweise/Publikationen
Bleichenbacher, L., Pirih Svetina, N. F., Rossner, R., Schröder-Sura, A., Hug, A., Ferris, C. & Kuster, W. (2023). Building blocks for planning language-sensitive teacher education. Strasbourg: European Centre for Modern Languages. 

Mehrsprachigkeitsfördernde Module für den Fremdsprachenunterricht (MEMO) – Beispiele für einen sprachen- und kulturensensiblen Anfangsunterricht Französisch

Im Projekt «MEMO» werden mehrsprachigkeitsfördernde Module (MEMOs) für den Anfangsunterricht Französisch entwickelt und in vier deutschsprachigen Lernkontexten erprobt. Erkenntnisse zur Wirksamkeit derartiger Materialien im Hinblick auf die systematische Berücksichtigung der mehrsprachigen Repertoires der Lernenden sind für Forschende und Lehrpersonen relevant.

Im Zentrum des Projekts stehen die folgenden Fragen:

  • Wie werden mehrsprachigkeitsdidaktische Elemente in Lehrplänen und Lehrmitteln in deutschsprachigen Ländern abgebildet?
  • Wie gelingt die Umsetzbarkeit der Module aus der Sicht der Lehrpersonen?
  • Wie bewältigen Lernende unterschiedlicher Altersgruppen die Aktivitäten im Anfangsunterricht Französisch?

«MEMO» ist primär ein Entwicklungsprojekt zur Förderung von mehrsprachigen und interkulturellen Kompetenzen sowie von Sprachenbewusstheit und Sprachlernstrategien im Französischunterricht. Dafür werden Lehrpläne sowie Französischlehrmittel aus Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz im Hinblick auf mehrsprachige und interkulturelle Kompetenzen respektive Aktivitäten analysiert. Die Ergebnisse der Analysen fliessen in die Erstellung der MEMOs ein. Die Erprobung der Materialien ist für Frühjahr 2024 in verschiedenen Schulen und Schulstufen der beteiligten Länder angesetzt. Die Begleitforschung dient dazu, die Reaktionen und Perspektiven von Lehrpersonen und Lernenden in vier Ländern zu erheben und sie für eine kontextbezogene Überarbeitung der Unterrichtsmaterialien zu nutzen.

Die bisherigen qualitativen Datenanalysen umfassen die Auswertung der Lehrmittel und der Lehrpläne. Die Lehrmittelanalysen wurden mit der Software MAXQDA durchgeführt und bestätigen, dass mehrsprachigkeitsorientierte Aktivitäten in den Bereichen «Wortschatz» und «Wissen über Sprache» in einem länderübergreifenden Vergleich die meisten Fundstellen aufweisen. Die Analysen deuten darauf hin, dass mehrsprachige Formate bei rezeptiven Kompetenzen im schweizerischen Kontext durchaus vorhanden sind, während nur wenige Fundstellen den produktiven Kompetenzen und dem interkulturellen Lernen zugeordnet werden können. Im Gegensatz dazu hat die Analyse der Lehrpläne ergeben, dass mehrsprachige und lernstrategische Kompetenzen im Lehrplan 21 am ausführlichsten beschrieben werden. Im nächsten Schritt werden im Zuge der Materialerprobung semistrukturierte Interviews mit Lehrpersonen geführt. Des Weiteren werden die den Schülerinnen und Schülern vorgelegten Fragebögen ausgewertet.  

Kooperation
PHSG, Schulamt des Fürstentums Liechtenstein (LLV), Universität Graz, Universität Innsbruck, Universität Leipzig, Universität Rostock, Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLWest), Marion Dönhoff Gymnasium Hamburg (MDG)

Laufzeit
2022 bis 2025

Finanzierung
Erasmus+, Movetia

Leitung
Belgin Amann (LLV, Erasmus+), Linda Grimm (PHSG, CH-Projekt), Anna Schröder-Sura (PHSG, CH-Projekt)

Team
Astrid Daucher (HLWest), Barbara Hinger (Universität Graz), Eva Hirzinger-Unterrainer (Universität Innsbruck), Carmen Konzett-Firth (Universität Innsbruck), Steffi Morkötter (Universität Rostock), Fabian Neumeister (Universität Leipzig), Christiane Neveling (Universität Leipzig), Bettina Tengler (Universität Graz), Jana Tichauer (Universität Rostock), Julia von Rosen (MDG), Sira Weber (Universität Innsbruck)

Die Fachstelle ist ein Netzwerk bestehend aus Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktikern, die sich mit professionellen Kompetenzen für den Sprachenunterricht und der Rolle der Sprache in allen Fächern beschäftigen. Sie dient dem Austausch zu Projekten in allen Leistungsbereichen der Partnerhochschulen sowie der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Fachdidaktik Sprachen. Dazu gehören Projektinitiativen am Europäischen Fremdsprachenzentrum des Europarats sowie die Initiierung eines Projekts zur Prüfung und Zertifizierung berufsspezifischer Sprachkompetenzen von Fremdsprachenlehrpersonen.

Laufzeit
2021 bis 2024

Finanzierung
Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (gemäss HFKG Art. 59)

Leitung
Lukas Bleichenbacher (PHSG)

Projektziel ist die Erhöhung der Mobilitätsaktivitäten ab der 5. Klasse. St.Galler Lehrpersonen sollen ihren Schülerinnen und Schülern vermehrt einen Austausch mit Gleichaltrigen einer anderen Sprachregion, insbesondere in der Romandie, ermöglichen. Mögliche Formen sind Drittortbegegnungen, Rotationsaustausch und virtueller Austausch. Dazu soll ein Netzwerk aufgebaut werden, in dem Akteurinnen und Akteure aus Schulen, Bildungsdepartement, der nationalen Agentur «Movetia» und der PHSG den Aufbau und die Implementierung der Mobilität weiterentwickeln. Im Projekt werden Schulen und Lehrpersonen auch durch die Regionalen Didaktischen Zentren unterstützt.

Laufzeit
2019 bis 2023

Finanzierung
Bildungsdepartement Kanton St.Gallen, Verband St.Galler Volksschulträger

Leitung
Barbara Wolfer (PHSG)