Institute / Zentren
Institut Bewegung, Sport und Gesundheit
Die Forschung des Instituts Bewegung, Sport und Gesundheit (IBSG-PHSG) verbindet eine praxisorientierte und evidenzbasierte Ausbildung von Lehrpersonen mit einer wirksamen anwendungsorientierten Grundlagenforschung. In den beiden Fachbereichen «Bewegung und Sport» sowie «Gesundheit» werden Forschungsprojekte in den Gebieten der digitalen Transformation im Sport, der sportdidaktischen Professionsforschung, der psychischen Gesundheit, der Prävention und der digitalen Gesundheit umgesetzt.
Kernpraktiken im Sportunterricht und in der Aus- und Weiterbildung von Sportlehrpersonen
Das Projekt adressiert eine zentrale Herausforderung der Sportlehrpersonenbildung: den Erwerb und die Weiterentwicklung professionellen Handelns im Sportunterricht. Professionelles Handeln zeigt sich nicht primär in verfügbarem Wissen, sondern in der erfolgreichen Umsetzung dieses Wissens in konkreten beruflichen Anforderungssituationen. Entsprechend orientiert sich das Vorhaben am Diskurs zu Kernpraktiken. Kernpraktiken sind beobachtbare und erlernbare Tätigkeiten, die im Sportunterricht eine hohe Relevanz aufweisen, wiederholt auftreten und sich als praxis- und evidenzorientierter Referenzrahmen der Professionalisierung eignen. Im Projekt werden daher Kernpraktiken im Sportunterricht identifiziert und Instrumente entwickelt, um deren Qualität und Entwicklung empirisch erfassen zu können.
Im Rahmen der Vorarbeiten zum Projektantrag identifizierte das Projektteam acht Kernpraktiken im Sportunterricht. Diese wurden anschliessend von 92 Sportlehrpersonen hinsichtlich Bedeutung, Anwendungshäufigkeit und Ausbildungsrelevanz beurteilt. Über alle Kriterien hinweg lagen die Einschätzungen signifikant und mit grossen Effekten über dem Skalenmittelpunkt. Die acht Kernpraktiken bilden damit einen inhaltlich validierten Referenzrahmen für das Projekt. Darauf aufbauend verfolgt das Vorhaben drei Ziele: a) das Kernpraktiken-Set konzeptuell zu präzisieren (unter anderem durch die Ableitung von Qualitätskriterien), b) Instrumente zur Erfassung kernpraktikenbezogener Performanz (anforderungsbezogenes Können) bei (angehenden) Sportlehrpersonen zu entwickeln und c) diese Instrumente in authentischen Unterrichtskontexten zu validieren. Damit werden einerseits Ziele und Inhalte für praxis- und evidenzorientierte Aus- und Weiterbildungsformate konkretisiert und andererseits Voraussetzungen geschaffen, um deren Wirkungen auf das professionelle Handeln sowie auf das Lernen der Schüler:innen im Sportunterricht künftig empirisch zu evaluieren.
Methodik: Explorativ-sequenzielles Mixed-Methods-Design; inhaltliche Validierung der Instrumente durch Delphi-Verfahren, empirische Validierung der Instrumente durch Beobachtungen von Sportunterricht und Befragungen.
Kooperation
Universität Augsburg, Universität Hamburg, Universität Tübingen
Laufzeit
Vorstudie: 2024 bis 2025
geplante Hauptstudie: 2026 bis 2029
Finanzierung
Noch nicht gesichert, da der Antrag zurzeit vom Schweizerischen Nationalfonds und der Deutschen Forschungsgemeinschaft begutachtet wird.
Leitung
Matthias Baumgartner
Team
Clemens Berthold (PHSG), Erin Gerlach (Universität Hamburg), Wiebke Langer (Universität Tübingen), Stefan Meier (Universität Augsburg)
Literaturhinweise/Publikationen
Baumgartner, M., Berthold, C., Langer, W., Meier, S. & Gerlach, E. (eingereicht). Core practices for physical education in German-speaking countries: An exploratory sequential study as a starting point. German Journal of Exercise and Sport Research.
Etwa seit der Jahrtausendwende wachsen Kinder und Jugendliche zunehmend in einer Welt auf, in der die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie zum Alltag gehört – ein Umstand, der Marc Prensky dazu veranlasste, von den sogenannten «Digital Natives» zu sprechen. Interaktive Medien fungieren innerhalb der Lebenswirklichkeiten von Heranwachsenden als zentrale Sozialisationsinstanz. Digitale soziale Netzwerke, Smartphones und Computerspiele zählen mittlerweile zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten von Kindern und Jugendlichen und nehmen – neben Familie, Schule und Peers – eine äusserst bedeutsame Rolle ein. Der Alltag vieler junger Menschen gestaltet sich heutzutage derart, dass der Tag mit einem Blick auf die sozialen Netzwerke beginnt, der Tagesverlauf durch die mit neuen Medien verbundene Unmittelbarkeit (mit)geleitet wird und der Tagesabschluss durch einen letzten Eintrag in den Netzwerken Ritualisierung gefunden hat. Sowohl Eltern, Lehrpersonen und politische Bildungsverantwortliche als auch Forschende fragen sich, welche Auswirkungen ein derartiges Medienverhalten auf die Individuen und die Gesellschaft hat. Obwohl zu Mediennutzung und Medienwirkung in den letzten Jahren intensivierte Forschungsbemühungen unternommen wurden, zeigen sich noch immer deutliche Kenntnislücken – und dies vor allem für das Kindesalter. Im Projekt wird daher den folgenden Fragen nachgegangen: Welche interaktiven Medien nutzen Kinder? Welche Inhalte präferieren sie hierbei? Wann und wo wenden sich Kinder digitalen Medien zu? Welche Auswirkungen gehen mit einer zeitlich intensiven, inhaltlich problematischen oder sogar suchtartigen Nutzung von interaktiven Medien im Kindesalter einher?
Laufzeit
2023 bis 2029
Finanzierung
PH NMS Bern
Leitung
Arvid Nagel (PH NMS Bern), Felix Kruse (PHSG)
Im Rahmen einer von Innosuisse geförderten «Booster Challenge» zum Thema «SportsTech Education» werden gemeinsam mit Partner:innen aus der Industrie technologische Lösungen für sportbezogene hochschuldidaktische Lehr- und Lernszenarien entwickelt.
Laufzeit
2022 bis 2026
Finanzierung
Innosuisse
Leitung
Eric Jeisy
Das Ziel des Projekts sind die Entwicklung und die Stärkung von Mitarbeitenden, Berufseinsteigenden und Studierenden im Bereich der Gesundheitsförderung und der Prävention. In enger Zusammenarbeit mit Praxisinstitutionen werden Laufbahnstufen mit doppeltem Kompetenzprofil konzipiert und implementiert. Durch die Zusammenarbeit der Dozierenden in den neu geschaffenen Laufbahnstufen soll die interprofessionelle Wissenszirkulation gefördert werden. Dazu werden Lösungsansätze zu den Themen «Gesundheitsförderung» und «Prävention» erarbeitet. Begleitend erfolgen ein Coaching und ein Mentoring. Das Programm wird hinsichtlich unterschiedlicher Kriterien wie beispielsweise dem Beitrag des Coachings zur Stärkung des doppelten Kompetenzprofils, der Wissenszirkulation, der Identifizierung von Belastungen sowie den Empfindungen zum Coaching evaluiert.
Laufzeit
2022 bis 2024
Finanzierung
swissuniversities
Leitung
Christian Brühwiler, Angela Jochum
Das Forschungsprojekt «WiPe-Sport» zielt in Anlehnung an ein integratives Kompetenzverständnis und am Beispiel der Klassenführung bei angehenden sportunterrichtenden Lehrpersonen auf die Erforschung des Transformationsprozesses von Wissen zu Performanz. Im Spezifischen wird untersucht, welche Zusammenhänge zwischen den drei Kompetenzfacetten a) des klassenführungsbezogenen Wissens, b) der klassenführungsbezogenen Wahrnehmung, der Interpretation und der Entscheidung (WIE) sowie c) der klassenführungsbezogenen Performanzen bei angehenden sportunterrichtenden Lehrpersonen bestehen. Des Weiteren wird erforscht, inwiefern die Qualität der klassenführungsbezogenen Performanzen durch die drei Entwicklungskomponenten 1) der Verbesserung des klassenführungsbezogenen Wissens (z.B. durch Literaturarbeit), 2) der Verbesserung der WIE (z.B. durch Videovignetten) sowie 3) der Übung der Umsetzung der klassenführungsbezogenen Qualitätsdimensionen in der eigenen Unterrichtspraxis (z.B. durch gezielte Praktika) erhöht werden kann.
Laufzeit
2022 bis 2024
Finanzierung
Schweizerischer Nationalfonds
Leitung
Matthias Baumgartner