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Institute / Zentren

Institut Schule und Profession

Das Institut Schule und Profession (ISP-PHSG) führt empirische Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu Aspekten von Unterricht, Schule und Professionalität durch. Es befasst sich mit der Frage, wie das Lernen und die Persönlichkeitsentwicklung von Schüler:innen, aber auch die Professionalisierung und die berufliche Weiterentwicklung von Lehrpersonen unterstützt und gefördert werden können. Im Vordergrund stehen die Generierung und die Vertiefung von Wissen, das der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen dient.

Professionelle Kompetenzen von Lehrkräften für effektive Klassenführung (TCM)

Eine wirksame Klassenführung gilt als zentrales Qualitätsmerkmal für guten Unterricht und wirkt sich positiv auf das Lernen von Schüler:innen aus. Lehrpersonen erleben während des Berufseinstiegs die Klassenführung als eine der grössten Herausforderungen, fühlen sich aber oft nur unzureichend darauf vorbereitet. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die Lehrer:innenbildung, künftige Lehrpersonen professionell auf eine wirksame Klassenführung vorzubereiten.

Das Projekt «Professionelle Kompetenz von Lehrkräften für effektive Klassenführung» (TCM) untersucht in einem längsschnittlichen Studiendesign die Kompetenzen von insgesamt 1181 Lehrpersonen in der Klassenführung am Ende des Studiums und im ersten Berufsjahr (Klassenstufen 5 bis 9). Dabei wird den Fragestellungen nachgegangen, 1) wie sich die Klassenführungskompetenzen unter den je unterschiedlichen Ausbildungskontexten und Bedingungen des Berufseinstiegs in Deutschland, Österreich und der Schweiz entwickeln und 2) welche Lerngelegenheiten für den Kompetenzerwerb bedeutsam sind.

In der ersten Projektphase wurden standardisierte Testinstrumente zur Messung deklarativen Wissens («TCM-knowledge») und unterrichtsnaher, situationsspezifischer Fähigkeiten zur Klassenführung (interaktiver Videotest «TCM-skills») entwickelt und validiert. Zudem wurden formelle Lerngelegenheiten während des Studiums und informelle Lerngelegenheiten im ersten Berufsjahr erfasst.

Erste Ergebnisse zeigen sowohl für das deklarative Wissen als auch für die situationsspezifischen Fähigkeiten signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Ausbildungskontexten. Die höchsten Leistungen erreichen die (künftigen) Gymnasiallehrpersonen in Deutschland sowie die Lehrpersonen der Primarstufe und der Sekundarstufe I in der Schweiz. Im ersten Berufsjahr verändern sich die situationsspezifischen Fähigkeiten der Klassenführung nicht signifikant. Für eine günstige Entwicklung der Klassenführungskompetenzen erweisen sich das Beobachten von Unterricht sowie das aktive Erproben und Reflektieren neuer Handlungsstrategien als bedeutsam.

Das Projekt leistet einen substanziellen Beitrag zur Optimierung der Ausbildung und der Berufseinführung von Lehrpersonen. So liefern die Befunde empirische Erkenntnisse im Hinblick darauf, dass die Förderung professioneller Kompetenzen von Lehrpersonen nicht automatisch durch (unbegleitete) Praxiserfahrungen erfolgt, sondern erst die aktive Auseinandersetzung mit Herausforderungen des realen Unterrichts lernwirksam ist.

Methodik: Mit standardisierten Testinstrumenten wurden am Ende des Studiums und am Ende des ersten Berufsjahres deklaratives Wissen («TCM-knowledge») und situationsspezifische Fähigkeiten zur Klassenführung (interaktiver Videotest «TCM-skills ») gemessen und mit formellen und informellen Lerngelegenheiten in Beziehung gesetzt.

Kooperationspartner
Prof. Dr. Johannes König (Universität zu Köln),
Prof. Dr. Andreas Bach (Paris Lodron Universität Salzburg)

Laufzeit
2023 bis 2026

Finanzierung
Deutsche Forschungsgemeinschaft, Schweizerischer Nationalfonds

Leitung
Christian Brühwiler

Team
Lena Hollenstein (operative Projektleitung), Angela Jochum, Lars Kölbener, Björn Reifler

Literaturhinweise/Publikationen

Hollenstein, L., Jochum, A., Reifler, B., Brühwiler, C., Bach, A. & König, J. (2026). Situationsspezifische Fähigkeiten im Bereich Klassenführung standardisiert erfassen. Vorstellung eines interaktiven Videotests. In S. Nonte, C. Reintjes, E. Grommé, T. Kaiser & J. Schlöpker (Hrsg.), Empirische Perspektiven aus der Bildungsforschung (S. 137–146). Waxmann.

Jochum, A., Brühwiler, C. & König, J. (2025). Lernen im Berufseinstieg: Herausforderungen in der Klassenführung als Impuls für informelle Lerngelegenheiten. Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung43(3), 328–344.
Zur Publikation

König, J., Bach, A., Brühwiler, C., Heine, S., Hollenstein, L., Jochum, A., Katstaller, M., Sachs, I., Volk, S. & Biedermann, H. (2024). Professionelle Lehrkompetenz für eine effektive Klassenführung: Konzeption im Projekt TCM zur Untersuchung von Wirksamkeit der Lehrer*innenbildung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In J. König, C. Hanisch, P. Hanke, T. Hennemann, K. Kaspar, M. Martens & S. Strauß (Hrsg.), Auf die Lehrperson und ihren Unterricht kommt es an: Zehn Jahre empirische Professions- und Unterrichtsforschung im IZeF der Universität zu Köln (S. 31–54). Waxmann.
Zur Publikation

Mit dem Entwicklungsprojekt «ACCOMPAGNA» leistet die PHSG einen Beitrag zur schulischen Integration von neu zugewanderten oder geflüchteten Kindern mit grossem Unterstützungsbedarf. Studierende der PHSG fördern Kinder im Volksschulalter individuell in fachlichen und schulorganisatorischen Belangen sowie im Bereich der Lernstrategien. Seit Beginn des Projekts im Jahr 2016 wurden bereits rund 250 Kinder gefördert. Ziele des Projekts sind die Erhöhung der Bildungschancen von neu zugewanderten Kindern sowie die Stärkung der Kompetenzen angehender Lehrpersonen bezüglich eines diversitätssensiblen und ressourcenorientierten Umgangs mit neu zugewanderten Kindern.

Laufzeit
2024 bis 2027

Finanzierung
Stadt St.Gallen

Leitung
Sonja Bischoff, Julia Ha, Christian Brühwiler

Leistungsbewertungen im Unterricht führen oft zu Angst und geringem Selbstwertgefühl. Dies kann zu kontraproduktiven Lernstrategien und Schulschwänzen führen. Wenn sich das Wohlbefinden verbessert, steigen in der Regel auch Motivation, Zufriedenheit und Leistung. Das Projekt untersucht, wie sich unterschiedliche Bewertungspraktiken von Lehrpersonen auf das Wohlbefinden der Schüler:innen in der Schule und ihre Prüfungsangst auswirken. In der Studie werden selbstberichtete Einschätzungen der Prüfungsangst und psychophysiologische Daten wie elektrodermale Aktivität und Herzfrequenzvariabilität miteinbezogen.

Laufzeit
2025 bis 2029

Finanzierung
Schweizerischer Nationalfonds

Leitung
Robbert Smit, Anna-Lena Ullrich

DIPALOG wurde als Teil der ganzheitlichen Unterrichtslösung «CMI Schule» der CM Informatik AG konzipiert, die von der mehrperspektivischen Einschätzung (inklusive neun Fremdsprachenübersetzungen) über ein effizientes Datenmanagement bis hin zur gezielten Förderung anhand von 36 Trainingsdossiers reicht. Das digitale Tool kann flexibel an schulische oder kantonale Anforderungen angepasst werden. Die DIPALOG-Trainingsdossiers können unabhängig vom Software-Anbieter mit einer entsprechenden Lizenz unter dipalog@phsg.ch bestellt werden. Ein Flyer mit weiterführenden Informationen ist unter www.dipalog.ch verfügbar.

Laufzeit
2022 bis 2025

Finanzierung
Innosuisse

Leitung
Dölf Looser

Die motorischen Basiskompetenzen von Kindern stellen eine zentrale Voraussetzung für die Teilhabe an der Bewegungs- und Sportkultur dar. Das Forschungsprojekt «EMOKK» verfolgt das Ziel, die Entwicklung der motorischen Basiskompetenzen von Kindergarten- und Primarschulkindern zu begleiten, bedeutsame schulische und ausserschulische Einflussfaktoren zu identifizieren sowie Zusammenhänge mit überfachlichen Kompetenzen zu untersuchen.

Laufzeit
2021 bis 2025

Finanzierung
Schweizerischer Nationalfonds

Leitung
Sonja Büchel (PHSG), Christian Herrmann (PHZH)

Der Lehrpersonenmangel in der Schweiz und in Österreich führte zur Entwicklung von Quereinstiegsprogrammen. Seit 2023 bietet jedes österreichische Bundesland solche Programme an. In einer Partnerschaft zwischen dem österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, dem österreichischen Qualitätssicherungsrat für Pädagoginnen- und Pädagogenbildung (QSR), der Universität Zürich, der Universität Fribourg und der PH St.Gallen wird deren Wirksamkeit evaluiert. Untersucht wird, ob Quereinsteiger:innen professionelle Kompetenzen entwickeln, ob sie sich beim Berufseinstieg unterstützt fühlen und wie dies mit ihrer Verbleibsabsicht zusammenhängt. Die Ergebnisse liefern Hinweise zur Optimierung der Programme.

Laufzeit
2023 bis 2026

Finanzierung
Österreichisches Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Leitung
Doreen Flick-Holtsch (Universität Zürich), Sarah Forster-Heinzer (Universität Fribourg), Christian Brühwiler (PHSG)

Das Projekt «Kooperative Entwicklung des inklusiven Unterrichts mit Videoclubs» wird in gemeinsamer Verantwortung von PH Luzern und PH St.Gallen umgesetzt. Hauptziel des Projekts ist es, durch die gemeinsame Unterrichtsreflexion von Schulischen Heilpädagog:innen (in Ausbildung) mit oder ohne Klassenlehrpersonen die Praxis der schulischen Inklusion zu vertiefen und zu stärken. Dazu werden Videoclubs durchgeführt, die dazu beitragen sollen, den Blick auf eine «Schule für alle», in der Schüler:innen mit und ohne Lernschwierigkeiten den Unterricht gemeinsam besuchen, zu schärfen und dadurch konkrete Ansätze eines inklusiven Unterrichts im Schulalltag umzusetzen.

Laufzeit
2025 bis 2027

Finanzierung
Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Leitung
Robbert Smit (PHSG), Alois Buholzer (PHLU)

Inklusive Unterrichtspraktiken werden in vielen Ländern zunehmend eingesetzt, aber deren Potenzial wird noch lange nicht ausgeschöpft. Im Projekt wurden länderübergreifende Videoclubs als vielversprechendes Instrument eingesetzt, um die Kompetenzen österreichischer und schweizerischer Lehrpersonen und Sonderpädagog:innen zur Wahrnehmung ihres eigenen Unterrichts zu verbessern. Die Videoclubs wurden aufgenommen und Häufigkeiten und Unterschiede von bedeutsamen Merkmalen inklusiven Unterrichts wurden analysiert. Die Ergebnisse zeigten einen starken Fokus auf die Schüler:innen sowie auf die Organisation des Unterrichts; Teamarbeit wurde überraschenderweise eher selten wahrgenommen. Zudem konnten die Überzeugungen der Beteiligten und Themen aus den Videoclubs kontrastiert werden. Insgesamt fanden sich viele Übereinstimmungen, was für die Wirkung der Weiterbildung günstig ist.

Laufzeit
2022 bis 2024

Finanzierung
Movetia

Leitung
Robbert Smit

Das übergreifende Ziel des Projekts besteht darin, wirksame Methoden der formativen Beurteilung zu ermitteln, zu klassifizieren und zu verbreiten. Das Projekt wird über drei Jahre hinweg in sieben Ländern durchgeführt (Brasilien, Côte d’Ivoire, Ghana, Kolumbien, Malaysia, Schweiz und Südkorea). Es beinhaltet die Teilnahme von Lehrpersonen an einem von ihnen selbst geleiteten Professionalisierungsprozess, wobei das Ziel verfolgt wird, die eigene berufliche Entwicklung anzustossen. Konkret geht es um die Anwendung, die Reflexion und die Anpassung von Verfahren zur formativen Beurteilung im eigenen Klassenzimmer.

Laufzeit
2022 bis 2024

Finanzierung
Jacobs Foundation, Education International

Leitung
Robbert Smit (Forschungsteil Schweiz)

Das Projekt untersucht, wie Emotionen und Motivation von Lehrpersonen deren Unterricht und das Lernen der Schüler:innen beeinflussen. Im Fokus stehen das Zusammenspiel dieser Merkmale, die Bedeutung emotions- und motivationsbezogenen Grundlagenwissens sowie deren Effekte auf Unterricht und Schüler:innen. In einem längsschnittlichen Untersuchungsdesign mit Studierenden und Lehrpersonen sowie deren Klassen werden diese Prozesse analysiert, um evidenzbasierte Empfehlungen für Ausbildung und Praxis abzuleiten.

Laufzeit
2025 bis 2029

Finanzierung
Schweizerischer Nationalfonds

Leitung
Sonja Büchel