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Institute / Zentren

Institut Frühe Bildung 0 bis 8

0 bis 8 Jahre – diese Lebensjahre sind wesentlich für die individuelle Entwicklung und die gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb stellt das Institut Frühe Bildung 0 bis 8 (IFB-PHSG) die Bildung ab Geburt in Familie, Kita und Spielgruppe sowie in Zyklus 1, das heisst im Kindergarten sowie in der 1. und 2. Klasse, ins Zentrum. Das Ziel besteht darin, zu Professionalisierung und Qualitätsentwicklung beizutragen. Die Themenschwerpunkte sind «Frühe, fachlich orientierte Bildung und Entwicklungsorientierung», «Spiel», «Multiprofessionelle Kooperation und Inklusion» sowie «Familienbildung und Partizipation».

Struktur- und Prozessmerkmale für die Inklusion in der Kita: Erfassung des Mehrbedarfs und Teilhabeplan

In der Schweiz steigt der Bedarf an familienergänzender Betreuung kontinuierlich. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass qualitativ hochwertige Angebote die Entwicklung und die Bildungschancen von Kindern nachhaltig zu fördern vermögen. Dennoch haben Kinder mit besonderen Bedürfnissen trotz gesetzlicher Grundlagen weiterhin nur erschwert Zugang zu Kindertagesstätten (Kitas). Ihre Inklusion erfordert multiprofessionelle Kooperation und zusätzliche personelle Ressourcen in der Kita. Die Feststellung dieses behinderungsbedingten Mehrbedarfs erfolgt in den verschiedenen Kantonen und Gemeinden gegenwärtig sehr unterschiedlich. Die Stiftung Kifa Schweiz beauftragte das IFB-PHSG und das Institut für Behinderung und Partizipation der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik mit einer Studie. Deren Ziel war es, einen klaren Prozess und ein standardisiertes Formular zur Erfassung des individuellen behinderungsbedingten Mehrbedarfs zu entwickeln.

Die Studie umfasste eine Literaturrecherche zum internationalen Forschungsstand, eine Dokumentenanalyse sowie Einzel- und Gruppeninterviews mit insgesamt ungefähr 40 Fachpersonen aus Kitas, Heilpädagogischen Diensten, Verwaltung und Verbänden. Auf dieser Basis wurden verschiedene Prozessvarianten analysiert und Empfehlungen für einen niederschwelligen, klar strukturierten Prozess zur Sicherstellung der Inklusion in Kitas erarbeitet.

Für die praktische Umsetzung entwickelte das Expert:innenteam einen Leitfaden mit den Instrumenten «Mehrbedarf Betreuung» und «Teilhabeziele und Teilhabeplan». Der Teilhabeplan orientiert sich an den sechs ICF-Bereichen (internationale Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation). Die Grundlage für die Bestimmung des zusätzlichen Unterstützungsbedarfs zur Teilhabe bilden Beobachtungen im Kita-Alltag über mehrere Wochen sowie ein strukturierter Austausch aller Beteiligten. Der Prozess soll von einer Fachperson der Heilpädagogischen Früherziehung, die auf Inklusion in der Kita spezialisiert ist, koordiniert werden. Ziel des Teilhabeplans ist es, die Teilhabe aller Kinder in der Kita zu fördern, insbesondere der Kinder mit besonderen Bedürfnissen.

Methodik: Literaturreview, Dokumentenanalyse, Einzelinterviews, Gruppeninterviews

Kooperation
Institut für Behinderung und Partizipation der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH)

Laufzeit
2024 bis 2025

Finanzierung
Stiftung Kifa Schweiz

Leitung
Bea Zumwald

Team
Raphaela Staiber-Iffländer, Franziska Vogt (PHSG), Matthias Lütolf (HfH)

Mehrsprachig Aufwachsen

Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, profitieren davon, wenn ihre Familiensprache zu Hause gestärkt wird und sie gleichzeitig früh mit der Lokalsprache in Kontakt kommen, zum Beispiel in Spielgruppen, Kitas oder Familientreffs. Wichtig dafür sind Orte, wo alle Sprachen respektiert werden und Begegnungen zwischen Familien möglich sind. Die Begleitforschung zum Förderprogramm «ici. gemeinsam hier.» untersuchte solche Projekte, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das mehrsprachige Aufwachsen stärken.

Im Fokus standen sowohl die Perspektive der Projektverantwortlichen als auch die Sprachpraxis und die Einstellungen der Eltern, die an den Projekten teilnahmen. Methodisch basierte die Studie auf Interviews mit Verantwortlichen aus acht Projekten und auf einer Befragung der Eltern. Für die Elternbefragung wurde ein mehrsprachiger Audio-Fragebogen entwickelt, der über das Mobiltelefon anonym ausgefüllt werden konnte. Die Fragen konnten angehört und anhand von Symbolen beantwortet werden. Insgesamt nahmen sieben Elternteile aus der Deutschschweiz und der Romandie an der Befragung teil.

Die Ergebnisse zeigen, dass es den Projekten gelingt, Familien mit Kindern im Vorschulalter und anderen Erstsprachen als der Lokalsprache anzusprechen. Die Projekte passen ihre Angebote flexibel an die Lebenssituationen der Familien an. Die Verantwortlichen legen grossen Wert auf Vertrauen, Wertschätzung und persönliche Beziehungen. Sie möchten Eltern bei Fragen zur Mehrsprachigkeit unterstützen und ihnen Orientierung geben.

Die Befragung der Eltern zeigt, dass die meisten Familien zu Hause sehr häufig ihre Erstsprache(n) verwenden. Den Eltern ist wichtig, dass ihre Kinder diese Sprache gut beherrschen. Gleichzeitig wünschen sie sich, dass ihre Kinder die Lokalsprache kompetent erwerben. Die befragten Familien unterscheiden sich darin, wie sie die Sprachen im Alltag nutzen und welche Bedeutung sie der Sprachförderung beimessen.

Abschliessend empfiehlt die Studie, alle Sprachen, das heisst die Familiensprache(n) und die Lokalsprache gleichwertig zu behandeln, Mehrsprachigkeit aktiv zu fördern und einfache, gut zugängliche Angebote für Familien zu schaffen. Konkrete Tipps für die Praxis von Familienzentren und Treffs sind in der Faltbroschüre «Alle Sprachen sind wichtig!» prägnant zusammengefasst. 

Methodik: Interviews mit Projektverantwortlichen, Befragung von Eltern mittels eines Audio-Fragebogens in mehreren Migrationssprachen

Kooperation
Programm «ici gemeinsam hier.» der Stiftung für Sprach- und Bildungsförderung 

Laufzeit
2022 bis 2025

Finanzierung
Stiftung für Sprach- und Bildungsförderung

Leitung
Franziska Vogt

Team
Dimitra Kolovou, Stefano Negrinelli, Mita Ray, Claire Robin

Apps sind weit verbreitet und weisen eine Reihe von Vorteilen wie die intuitive Bedienung auf. Während Kinder Apps bevorzugen, sind Fachpersonen und Eltern skeptischer und schätzen den pädagogischen Nutzen von Apps im Vergleich zu gedruckten Bilderbüchern als geringer ein. Hier setzt das Projekt «PoDiA» an mit dem Ziel, die Auswirkungen von Bilderbuchapps auf Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren zu erforschen. PoDiA untersucht, wie sich Bilderbuchapps im Vergleich zu gedruckten Bilderbüchern auf die Interaktion zwischen erwachsener Person und Kind, auf die Beteiligung des Kindes sowie auf den Wortschatz und das Hörverstehen der Kinder auswirken.

Laufzeit
2022 bis 2026

Finanzierung
Schweizerischer Nationalfonds

Leitung
Silvana Kappeler Suter

Das Forschungsprojekt «DEEP Development» fokussiert die Professionalisierung von Primarlehrpersonen zur Umsetzung einer chancengerechten, fächerübergreifenden und spielerischen digitalen Bildung zur künstlichen Intelligenz. Gemeinsam mit Primarlehrpersonen werden neue Weiterbildungsmöglichkeiten entwickelt, um digitale Bildung in den ersten beiden Klassenstufen der Primarstufe so umzusetzen, dass die Chancengerechtigkeit gestärkt wird. Das Fantasie- und Rollenspiel zu Themen der Künstlichen Intelligenz, sowie Roboter, die ohne Bildschirm programmiert werden können und weitere altersangemessene Aktivitäten sind zentrale Elemente der Umsetzung im Unterricht.

Laufzeit
2024 bis 2027

Finanzierung
Jacobs Foundation

Leitung
Lena Hollenstein, Franziska Vogt (PHSG), Francesco Mondada, Victoria Khalil (EPFL)

Die Begleitforschung zur Einführung von KITAplus in der Kita Tempelacker untersucht die Umsetzung und die Wirkungen des inklusiven Förderkonzepts im Kita-Alltag. Ziel ist es, Erfahrungen, Herausforderungen und Gelingensbedingungen aus der Sicht der beteiligten Akteur:innen systematisch zu erfassen und weiterzuentwickeln. Im Zentrum stehen die Teilhabe und die Entwicklung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, die Zusammenarbeit im Team sowie die Kooperation mit Eltern und externen Fachstellen. Die Begleitforschung erfolgt in mehreren Schritten mittels Befragungen, Einzel- und Gruppeninterviews sowie Beobachtungen in den Gruppen. Die Ergebnisse münden in Empfehlungen zur Qualitätsentwicklung und nachhaltigen Verankerung von KITAplus.

Laufzeit
2024 bis 2027

Finanzierung
Gemeinnützige und Hilfs-Gesellschaft Tempelacker, Kita St.Gallen

Leitung
Bea Zumwald

Die Zusammenarbeit von neuzugewanderten Familien oder Familien mit nichtlokaler Erstsprache und pädagogischen Fachpersonen wird oft als Herausforderung wahrgenommen. Durch den Beizug von interkulturellen Dolmetschenden bei Elterngesprächen können die Verständigung und die Zusammenarbeit unterstützt werden. Im Rahmen der Kita-integrierten Deutschförderung (KiD) in der Stadt Zürich können seit August 2021 interkulturelle Dolmetschende für Elterngespräche hinzugezogen werden. Dies ist in Kitas aus finanziellen Gründen bis anhin kaum Praxis. Da noch wenig Grundlagenforschung zu dieser Thematik besteht, wird untersucht, wie sich die Gespräche hinsichtlich Struktur, Inhalt und sozialer Interaktion gestalten und inwiefern Kitas und Eltern vom Einbezug von interkulturellen Dolmetschenden profitieren können.

Laufzeit
2020 bis 2026

Finanzierung
swissuniversities

Leitung
Franziska Vogt, Fabienne Bohler

Wie wird der Kita-Eintritt bei der Eingewöhnung von Kindern und Eltern ohne Kenntnisse der Lokalsprache unterstützt? Die Eingewöhnung in der Kita ist ein entscheidender Transitionsprozess für alle Beteiligten und schafft eine Basis für den weiteren Verlauf der frühen Sprachförderung und die Zusammenarbeit von Eltern und Fachpersonen. Es ist davon auszugehen, dass Familien, bei denen die Eltern und das einzugewöhnende Kind die Lokalsprache kaum sprechen, bei der Eingewöhnung zusätzlichen respektive anderen Unterstützungsbedarf aufweisen. Das Forschungsprojekt untersucht diese Transition empirisch. Als Forschungsmethode dienen ethnografische Fallstudien mit teilnehmender Beobachtung und Interviews. Der Transfer der Erkenntnisse in die Praxis mittels Praxismaterialien und Weiterbildungen ist ebenfalls vorgesehen.

Laufzeit
2023 bis 2025

Finanzierung
Bundesamt für Kultur, Staatssekretariat für Migration

Leitung
Franziska Vogt, Janine Hostettler Schärer

Für Kinder mit Autismusspektrumstörungen (ASS) ist der Besuch einer Spielgruppen besonders herausfordernd. Im Pilotprojekt «Intensive Heilpädagogische Früherziehung (IHFE) für Kinder mit ASS» wird eine Spielgruppe für vier Kinder von zwei Heilpädagogischen Früherziehenden und einer Assistentin kooperativ geleitet. Die Begleitforschung untersucht Umsetzung, Wirkungen und Gelingensbedingungen mit Fokus auf kindliche Entwicklung, heilpädagogische Praxis, Kooperation und Elternzusammenarbeit. Methodisch werden Videobeobachtung sowie Video-Recall-, Eltern- und Leitungsinterviews eingesetzt. Die Ergebnisse dienen der Projektweiterentwicklung und als Grundlage für eine mögliche Ausweitung.

Laufzeit
2025 bis 2026

Finanzierung
Kanton St.Gallen

Leitung
Bea Zumwald